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Suchmaschinenoptimierung für Hotels: Viel mehr als nur „ein bisschen SEO“

Suchmaschinenoptimierung wird ja meiner Meinung nach auch heute noch häufig falsch verstanden. Klar, du möchtest gerne bei einer Suche nach dem Namen deines Hotels auf der ersten Seite bei Google erscheinen. Und am besten sogar auf „Platz 1“. Eventuell hast du das sogar beim letzten Redesign mit deiner Internetagentur vereinbart. Und das ist auch gar kein großes Hexenwerk, das bekommt man mit etwas „SEO“ hin. Aber das ist natürlich der völlig falsche Ansatz.

Denn stell dir doch einmal einen möglichen Gast vor, der dich im Internet finden soll. Der sucht natürlich nicht nach deinem Namen, denn er kennt dich und dein Hotel ja noch gar nicht. Die Suche lautet doch viel mehr „Nordsee Hotel mit Familie“, „Wellnesshotel Eifel“ oder „Hotel in Südtirol mit Hund“. Und genau für diese Suchbegriffe möchtest du gefunden werden. Wenn schon nicht auf Platz 1, dann doch wenigstens auf der ersten Seite. Denn 99 % aller Suchklicks entfallen auf die erste Seite.

Deshalb lass uns doch einmal genau die Ergebnisseite für den Suchbegriff „Hotels in Südtirol mit Hund“ anschauen:

Suchmaschinenoptimierung für Hotels - Analyse der Google Ergebnisse

Und, bisst du auch überrascht? Auf der ersten Seite der Google Suche findet sich genau ein (nicht bezahlter) Link zu einem Hotel.

In der mobilen Ansicht von Google, welche heute mindestens genauso häufig aufgerufen werden, sehen die Ergebnisse bis auf kleine Abweichungen übrigens genauso aus.

Wo ist mein Suchergebniss?

Aber gehen wir der Reihe nach. Denn die Suchergebnisse starten zuerst einmal mit Google Anzeigen. Nicht ein oder zwei, sondern gleich vier Stück werden hier ausgespielt. Die entsprechenden Unterkünfte haben wahrscheinlich Suchbegriffe wie „Hotel Südtirol“ eingebucht. Für jeden Klick auf diese Links werden (im Moment) zwischen 40 Cent und 1,40 € fällig.

Der nächste Bereich ist Googles eigene Hotelliste. Die Daten hier werden aus verschiedenen Buchungsportalen und Katalogen aggregiert und aufbereitet. Nach einem Klick landet der Nutzer in Googles Buchungssystem, bei dem er seine Reisepräferenzen weiter verfeinern kann und im letzten Schritt auf der Webseite von Expedia, Hotels.com und anderen OTAs (Online Travel Agencys) landet. Wenn du in diesem Bereich erscheinen möchtest, musst du deine Unterkunft bei den großen Portalen listen lassen. Wichtig dabei: Gib alle Eigenschaften korrekt an. Denn für unseren Suchbegriff erscheinst du natürlich nur, wenn du auch als „tierfreundlich“ in den entsprechenden Datenbanken stehst.

Tatsächlich ist auf den allermeisten Monitoren der direkt sichtbare Bereich spätestens nach den Google Hotellisten vorbei. Ab hier muss der Nutzer also scrollen. Ohne, dass er ein einziges „organisches“ Suchergebnis gesehen hat.

Jetzt aber kommen die ersten „echten“ Ergebnisse. Also solche, welche du durch Suchmaschinenoptimierung auf der eigenen Webseite beeinflussen könntest. Allerdings sind es nicht die Webseiten von Hotels die hie erscheinen, sondern wieder nur Zusammenstellungen von Hotels auf Webseiten anderer Anbieter. „suedtirolerland.it„, „suedtirol-tirol.com“ usw. sind Webseiten, welche wiederum durch das Einbinden von Buchungsportalen Einnahmen in Form von Provisionen generieren oder die Einträge im Verzeichnis direkt selbst an die Hoteliers verkaufen. Wenn du dort nicht gelistet bist, hast du erneut keine Chance in Erscheinung zu treten. Wenn du gelistet bist, hat der Nutzer aber mindestens eine weitere Webseite zwischengeschaltet, bevor er zu deinem Hotel gelangt.

Im nächsten Bereich kommt jetzt die Google Bildersuche ins Spiel. Die Suchmaschine zeigt dem Gast also relevante Bilder. Relevanz kann entweder dadurch entstehen, dass Google für dieses Bild ermittelt hat, dass das Hotel für Hunde ausgelegt ist oder weil es zum Beispiel in den entsprechenden Bildbeschreibungen steht. Du solltest bei deiner Webseite also zumindest auf letzteres achten.

Und dann ist es endlich so weit. Der erste (und einzige!) Eintrag eines Hotels leitet das letzte Drittel der Suchergebnisse ein. Glückwunsch an den Tratterhof! (Disclaimer: Kein Kunde und bisher noch nicht von gehört.) Welche Optimierungsfaktoren dafür entscheidend waren, schauen wir uns gleich noch an.

In den Suchergebnissen folgen noch einmal vier weitere Webseiten mit Auflistungen von Hotels und zum Schluss noch einmal drei weitere Google Anzeigen.

Insgesamt kommen auf neun organische Suchergebnisse also sieben bezahlte Anzeigen!

Auf der zweiten Seite der Ergebnisse sieht es dann ein bisschen besser aus. Aber, wie schon oben geschrieben: Niemand schaut auf Seite 2.

Was der Tratterhof richtig gemacht hat

Wie bereits erwähnt, habe ich keinerlei Verbindung zum Tratterhof. Meine Analyse der Suchmaschinenoptimierung ist also die eines Beobachters.

Zuerst einmal hat der Tratterhof sich überlegt, welche Themen ihm wichtig sind. Oder zu welchen Themen er gefunden werden möchte. Eines dieser Themen scheint eben „Urlaub mit Hund“ zu sein. Und deshalb gibt es eine explizite Landingpage zu diesem Thema: https://www.tratterhof.com/sommer/hundehotel.

Die Hunde kommen also nicht nur irgendwo in einem netten Text auf der Webseite vor, nein es gibt eine ganze Seite zu diesem Thema.

Landingpage Hotel Beispiel

Die Seite beschreibt alle Vorzüge, die das Hotel dem Gast und seinem Hund bietet, nennt Wanderwege und Gassirunden sowie mögliche Ausflugstipps, welche für Hunde geeignet sind. Der Gast erfährt, zu welchen Konditionen der Vierbeiner untergebracht werden kann und worauf er beim Urlaub mit Hund noch achten muss.

Diese Seite existiert tatsächlich nur, für die Suchmaschine. In der Navigation der Webseite wurde sie nicht mit aufgenommen.

Google rankt die Hundeseite für mindestens 74 Suchbegriffe und Kombinationen. Das SEO Tool ahrefs schätzt, dass alleine diese Unterseite über 70 Besucher im Monat generiert. Der Aufwand zahlt sich also aus, wenn wir es mit den Kosten der Anzeigenschaltung vergleichen.

Und wahrscheinlich wäre es mit ein wenig Aufwand sogar möglich in der Google Suche noch weiter nach oben zu wandern. Sei es mit weiteren Backlinks, passenden Bildnamen oder interner Verlinkung.

Weitere Themen, die der Tratterhof bedient sind „Wandern mit Lamas“, „Waldbaden“ oder auch die hauseigene „E-Tankstelle“. Jeweils mit eigener Landingpage und entsprechendem Google Ranking. Man kennt dort also die eigenen Gäste und ihre Bedürfnisse.

SEO für Hotels muss umfassend gedacht werden

Möchtest auch du, dass deine Webseite auch für weitere Begriffe – abseits des Hotelnamens – gefunden wird, musst du das Thema Suchmaschinenoptimierung umfassender angehen. Der Blick auf die Suchergebnisse zeigt, dass es viele Wege gibt sich auf der ersten Seite zu platzieren: Google Anzeigen, Buchungsportale, Kataloge, Bildersuche oder eben eine eigene Unterseite zu einzelnen Themen.

Sich nur auf den Text auf der bestehenden Webseite zu verlassen ist zu wenig und wird dich und deine Unterkunft nicht auf die erste Seite bringen.

Denk vom Bedürfnis des Gastes oder Kunden aus und versuche dann einmal selbst danach zu googlen. Dann hast du einen guten Startpunkt für deine eigene Optimierung.

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